Martin Bihounek

Alpentour Trophy 2010

Die Alpentour Trophy ist mittlerweile schon ein Klassiker unter den MTB-Etappenrennen. Organisator Gerhard Schönbacher schafft es auch immer wieder klingende Namen aus der Biker-Szene an den Start zu bringen. Ich habe keinen klingenden Namen, aber ich ächzte ob der Anstrengungen dafür umso lauter.

Vier Etappen, die alle von Schladming sternförmig ausgehen. Dabei werden Berge befahren, die eine herrliche Aussicht auf die umliegende Landschaft boten, Blick auf das Dachsteinmassiv inklusive. Leider hatte das Wetter anfangs kein Erbarmen mit uns, die Anreise erfolgte im strömenden Regen und auch die erste Etappe war nass und kalt. Aber mit Fortdauer des Rennens wurde das Wetter besser und am letzten Tag hatten wir an die 35 Grad in der Sonne und auch auf den Bergen war es alles andere als Kühl.

Alpentour1 by Thomas Jatschka

Wegen meines Trainingsrückstandes hatte ich vor, die Alpentour wie eine mehrtägige Tour zu fahren. Allerdings fiel mir das ziemlich schwer, da ich plötzlich von Fahrern überholt wurden, die normalerweise eine halbe Stunde nach mir über die Ziellinie fuhren. Das tat der Motivation, die wegen des für mich viel zu kalten Wetters ohnehin schon nicht gut war, gar nicht gut. Ich quälte mich über die Hochwurzen, kam nach der Abfahrt wieder ein wenig besser in Tritt. Da die Strecke wegen Schnee nicht wie geplant über Ursprungsalm und Giglacher Seen führte, sondern in zwei Runden über die Hochwurzen (das zweite Mal allerdings nicht ganz hinauf), war mein Kopf noch weniger bereit sich zu quälen, da ich solche Strecken bei Marathons gar nicht mag, wo ich mehrmals das selbe fahren muss. Irgendwie kam ich dann allerdings auch ins Ziel und war der festen Meinung, am nächsten Tag nicht mehr an den Start zu gehen.

Aber es kam anders als gedacht. In der Früh tat mir nichts weh, ich hatte gut geschlafen und anscheinend so einigermaßen regeneriert. Also ab zum Start. Diesmal führte uns der Kurs Richtung Reiteralm. Erst durch kupiertes Gelände – fast wie bei einem XC und dann der Anstieg zur Reiteralm, der nicht zu Enden schien. Oben mussten wir auch ein paar Mal das Rad über eine Schipiste hinaufschieben – da hatten die Beine einiges dagegen. Zum Glück bekam ich keine Krämpfe und konnte mich auf der folgenden Abfahrt wieder erholen. Zu meiner Freude brach dann die Sonne aus den Wolken und es wurde schön warm. Ich konnte regelrecht den Turbo zünden und fing an Fahrer um Fahrer zu überholen. Leider holte mich zwei Kilometer vor dem Ziel das Pech ein – Defekt am Rad. Der vordere Schaltzuganschlag ist aus dem Rahmen ausgerissen, somit konnte ich nicht mehr schalten und musste die letzte Steigung zu Fuß hinauf. Die Planai rollte ich dann hinunter und ging in Richtung Ziellinie. Das Ganze hat mich mehr als 20 Minuten gekostet.

Alpentour2 by Thomas Jatschka

Am Abend konnte ich den Defekt provisorisch reparieren und zur dritten Etappe an den Start gehen. Diese Etappe ist für mich landschaftlich fast die schönste, da der Kurz am Fuße des Dachsteins entlangführt. Von oben schimmert der Gletscher herunter und wir hatten endlich Sonnenschein und Wärme. Ich konnte gut und schnell starten, entkam so dem Stau durch die engeren Passagen am Anfang und fuhr meinen Rhythmus den Berg hinauf. Auf der Abfahrt machte mir der Magen schwer zu schaffen, da ich bei der Labe dummerweise ein zu kaltes Getränk erwischt habe. Der Anstieg Richtung Rohrmoos wurde zur Tortour. Gegen Ende der Etappe gings dann wieder und ich hatte auch diese Runde überstanden.

Die Vierte sollte eigentlich meine Etappe werden, ich war wieder Motiviert, da es mit jedem Tag besser ging und das Wetter war auch nach meinem Geschmack – heiß und sonnig. Nach schnellem Start nahm ich ein wenig heraus, da der Anstieg auf den Hauser Kaibling lange ist. Dennoch fuhr ich so weit vorne mit wie noch nie während der heurigen Alpentour. Am Anstieg dann fuhr ich ein gutes Tempo, leider ging mir gegen Ende das Wasser aus. Zudem waren die letzten Kilometer vor der Bergwertung eher flach und schmierig ansteigend, das kann ich zur Zeit noch nicht voll fahren, dazu fehlt es an Kraft-Ausdauer. Aber ich kam einigermaßen über den Berg und konnte auf der Abfahrt noch einige Leute überholen. Leider übersah ich dann eine schlecht markierte Einfahrt zu einem Trail. Ich fuhr einen Umweg von ca. fünf Kilometern mit einigen Höhenmetern mehr, bis ich wieder auf die Strecke zurückkam. Etwas schade, da ich dadurch wieder viel Zeit verlor.

Trotz allem bin ich mit der heurigen Alpentour sehr zufrieden. Ich konnte mir im Eilzugstempo wieder eine halbwegse Form aufbauen, der Kopf ist wieder bereit sich zu quälen und das Biken macht mir wieder richtig Spass. Außerdem war es lustig mit dem Großteil des Teams und Freunden im Apartmenthaus zu wohnen. Da kommt fast schon Urlaubsfeeling auf.

Homepage des Veranstalters

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