Martin Bihounek

(Half) Around Griffen

Meine Form ist heuer wahrlich nicht die beste, aber erstens kann ich es nicht lassen und zweitens haben Stunden-Rennen andere Gesetze. Also fuhr ich nach Griffen, um 12 Stunden lang um den dortigen Schlossberg zu kurven.

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Die Wetteraussichten verhießen ja nicht gerade sommerlich warmes Rennwetter und die Tage davor hatte es auch schon teils stark geregnet. Nichts desto trotz fuhr ich am Mittwoch Nachmittag nach Griffen. Am Abend war das Wetter noch schön und bei der Streckenbegehung mit Silvi, die das 6-Stunden-Rennen in Angriff nehmen wollte, präsentierte sich diese in einem guten Zustand. Allerdings war der Großteil auf Asphalt und Forststrasse, nur ein kleiner Teil der ca. zwei Kilometer langen Runde war über einen Waldweg.

In der Nacht hörte ich schon den Regen gegen das Dach des Quartiers prasseln. Beim Frühstück um halb sechs Uhr war kein Regen. René Reidinger – auch er war mit von der Partie – und ich hofften schon auf ein Wetterloch, aber beim Start um 7 fing es bereits leicht zu nieseln an.

Wissend um meinen Trainingsrückstand fing ich sehr gemütlich an und lies die anderen Einzelstarter vorne davonziehen. Nach ein paar Runden fand ich einen Rhythmus und habe auch im Waldstück die beste Linie für mich gefunden. Meine Rundenzeiten bewegten sich so zwischen 5 und 6 Minuten. Soweit so gut. Allerdings hatte sich der Niesel mittlerweile in einen hartnäckigen Landregen gewandelt und die Temperatur war mit rund 10 Grad auch nicht gerade nach meinen Wünschen.

Aber ich fuhr meine Runden, nach 1:28 rundete mich Roland Kreslin zum ersten Mal ein. Zu dem Zeitpunkt lief es bei mir nicht mehr so besonders gut. Durch Nässe und Kälte verging mir irgendwie die Lust weiter um den Schlossberg zur fahren. Aber ich wollte zumindest solange fahren, bis Silvi im 6-Stunden-Rennen gestartet war. Zu diesem Zeitpunkt war der Regen wirklich stark und die Strecke verwandelte sich nach und nach in eine Rutschpartie. Wurzeln kamen überall heraus und es waren gute Steuerkünste gefordert, um nicht von der Strecke zu fliegen. Mit den 6-Stunden-Fahrern wurde es wieder hecktisch, mussten doch diese gleich durch den Schlamm, ohne sich vorher die Strecke genauer anschauen zu können. So bleiben immer ein paar vor einem hängen. Dadurch war wieder für ein wenig Abwechslung gesorgt. Lust hatte ich schon lange keine mehr und ich bekam auch Probleme mit Dreck in den Augen – stellenweise konnte ich nicht richtig sehen, weil sich ein Dreckpatzen zwischen Auge und Kontaktlinse schob. Ich blieb mehrmals länger beim Betreuerzelt stehen, fuhr dann noch ein paar Runden mit Silvi und musste dann endgültig aufhören – zu groß die Kälte und die Augenschmerzen wurden auch immer stärker.

Die Veranstalter hatten heuer wirklich Pech. Die Strecke mag zwar nicht so anspruchsvoll sein, aber alle sind bemüht und der ganze Ort steht hinter dem Event. Leider spielte heuer das Wetter nicht mit, aber dennoch waren einige Zuschauer entlang der Runde und die Strecke hielt – bis auf kurze Phasen, wo sie fast unfahrbar wurde – den Wassermassen stand. Ich weiß zwar nicht ob ich in Griffen wieder fahren werde, aber es ist definitiv ein Rennen, das zu empfehlen ist.

Das Video zu Schlammschlacht:

Bilder und Video: RC Griffen

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