Martin Bihounek

Racing Part One – The short ones

Wie alle Jahre starte ich die Renn-Saison mit ein paar Cross Country Rennen. Der von den 2RadChaoten veranstaltete Duke ist ohnehin Pflicht und die Kamptal Klassic Trophy in Langenlois fahre ich schon seit 2004 jedes Jahr. Ansich liegen mir diese kurzen Rennen überhaupt nicht, da ich mein Training auf die Langdistanz ausrichte und ich auch von der Veranlagung nicht der Typ bin, der eine oder eineinhalb Stunden lang “all out” fahren kann.

Duke of Trash, 20.03.2010

Diese Jahr – diesmal zum vierten Mal der letzte Duke – fand das Rennen der 2RadChaoten an einer völlig neuen Location – einer aufgelassenen Mülldeponie im Norden Wiens – statt, die auch eine ganz andere Strecke bot. Zum ersten Mal hatte der Duke richtige Höhenmeter in Form von knackigen Anstiegen und kurzen, aber lustigen Downhill-Passagen. Wie ein richtiger Cross Country-Kurs eben und nicht ein Lustiges durch die Bäume schlängeln.

Im Herbst hatten wir mit der MA48 die Streckenführung grob angesteckt, damit die Strecke freigemäht werden konnte, daher hatten wir am Renntag nicht den üblichen Stress mit dem Aufbau. Alles verlief sehr ruhig und schnell und die Strecke stand rechtzeitig, als am Vormittag die Rennen der Kinder starteten.

Für mich das Schönste an diesem Tag war, dass mein Schatz kurzfristig zum Duke kam, obwohl sie ein Rennen in Ungarn fahren sollte. Eine kleine Havarie auf der Autobahn ließ die Truppe aus Kärnten jedoch auf die Alternative Duke umschwenken. So konnte ich sie zumindest kurz sehen und sie auch anfeuern. Sie gab beim Rennen nicht alles, da sie sich die Kraft für den nächsten Tag (Wettkampf in Ungarn) aufhob, aber ich war dennoch richtig stolz auf sie!

Duke2 by Hannes Moser

Für mein Rennen erwartete ich eigentlich gar nichts, bin ich doch in den Wochen davor kaum zum Trainieren gekommen, aber ich war – auch durch die Anwesenheit von Silvi beflügelt –  sehr motiviert. Nach dem Start ritt mich gleich der Teufel und ich hetzte hinter den ganz schnellen XC-Cracks nach. Eine Taktik, die sich schon vor dem Ende der ersten Runde rächte. Der Mann mit dem Hammer hatte gleich zwei davon mit und knallte sie mir links und rechts um die Ohren. Ich eierte dann die folgenden Runden mehr als lebendes Hinderniss um den Kurs, bis ich mich zwei Runden vor Schluss wieder einigermaßen erfing. Spass hat es dennoch gemacht.

Kuota Duke of Trash

Bilder: Thomas Strini, Hannes Moser (2)

Kamptal Klassik Trophy, 28.03.2010

Das nächste Rennen am Programm war das Rennen in Langenlois. Wieder hatte ich keine Zeit für Training und musste auch noch den ganzen Samstag arbeiten. Versüßt wurde das Wochenende jedoch durch die Ankunft von Silvi am Freitag und die Aussicht ein paar ungestörte Tage mit ihr verbringen zu können.

Am Sonntag Morgen packten wir unsere Räder ins Auto und fuhren nach Langenlois. Das Wetter war zwar kühl, aber es regnete nicht und die Strecke präsentierte sich auch in einem guten Zustand. Silvi hatte schon beim Anblick des berüchtigten Hügels keine rechte Lust das Rennen zu bestreiten, fuhr mit mir dennoch eine Besichtigungsrunde, wo sie dann endgültig beschloss das Rennen nicht zu fahren. Ich muss gestehen, ich war ein wenig erleichtert, da der Riesling-Downhill seine Tücken hat und in der Vergangenheit schon seine Opfer gefunden hatte. Durch ihr Nicht-Antreten musste ich mir keine Gedanken mehr darüber machen.

Langenlois1 by Dominik Kiss

Zum Start bin ich dann fast zu spät gekommen und musste mich durch die Startaufstellung zu meinem Block durchwurschteln. Die Masters starteten 30 Sekunden nach den Junioren, wiederum 30 Sekunden nach uns die Damen. Nach dem Startschuss ging es über Asphalt in die Startrunde den Berg hinauf. Irgendwie lief es vom Start an nicht rund. Ich hechelte den Berg hinauf, war aber wie auf der Kriechspur für LKWs unterwegs. Noch vor dem Ende des ersten Anstiegs schoss die erste Dame an mir vorbei – ein Wahnsinnstempo!! Im wurzeligen Downhill konnte ich wieder ein wenig auf die anderen Aufschließen, aber dann im Wasserturmanstieg und der folgenden Selchkammer fing meine Lunge zum rasseln an, ich bekam immer weniger Luft. Die Verkühlung, die ich mir kurz davor eingefangen hatte, machte sich in Gemeinschaft mit dem fehlenden Training bemerkbar. Ich sah dann keinen Sinn mehr darin, mich über die volle Distanz zu quälen und stieg vom Rad.

Ich kürzte auf der Strecke ab, feuerte noch an ein paar Punkten entlang der Strecke die Leute an und rollte dann ins Ziel, wo ich Silvi suchte und mich dann in üblichen verbalen Scherzen mit der Race-Gemeinde übte.

Das Rennen war für die Fische, aber dennoch war es ein schöner gemeinsamer Tag mit meinem Schatz.

Kamptal Klassik Trophy

Bild: Dominik Kiss

Leave a Reply